Leitlinien

Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal tritt ein für die Pflege der traditionellen Friedhofskultur, vor allem dort, wo sie örtlich angenommen und in das gesellschaftliche Leben eingebunden ist. Die Arbeitsgemeinschaft sucht insbesondere die Förderung regionaler Besonderheiten in diesem Bereich, weil sie einen Teil der kulturellen Vielfalt in unserem Land zum Ausdruck bringen.

Gleichzeitig sieht die Arbeitsgemeinschaft die Notwendigkeit, neuen und innovativen Beisetzungs- und Friedhofsformen Raum zu geben. Sie versteht sich deshalb als Forum zur Präsentation und Diskussion neuer Ideen, sie will aber darüber hinaus von ihr richtig erkannte Bestrebungen auch fördern, um Impulse zu geben, die das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Bestattungs- und Friedhofskultur wachhalten. Den Menschen soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen zu verwirklichen. Neue Ideen sollen gesucht, gesammelt und bekanntgemacht sowie gegebenenfalls die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit sie Eingang in die Praxis finden können.

Als kulturelle Einrichtung zur Förderung der Werte in der Bestattungs- und Friedhofskultur gewinnt die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. ihre Identität und die Kriterien für ihr Handeln aus der Zielvorstellung, den Menschen in den Mittelpunkt aller Überlegungen zu stellen. Die Trauernden und Hinterbliebenen wie auch jene, die schon zu Lebzeiten für Bestattung und Grabstätte Sorge tragen, sind die eigentlichen Träger der Bestattungs- und Friedhofskultur, und deshalb haben ihre Bedürfnisse Vorrang. Alle Impulse und Leitlinien zur Friedhofskultur müssen sich daran messen lassen, ob sie den Menschen dienen.

Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal versteht sich zum einen als Einrichtung, um die Erforschung der Bestattungs- und Friedhofskultur zu gewährleisten, um eine entsprechende Verbreitung gesicherter Erkenntnisse und eine an ihnen orientierte Beratung zu ermöglichen und schließlich, um das Interesse an diesen Fragen wachzuhalten oder zu wecken, wozu das Museum für Sepulkralkultur einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Zum anderen versteht sie sich als Zusammenschluss von Fachleuten und Laien, die sachbezogene Fragestellungen erarbeiten und ihre Antworten umsetzen helfen.

Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft, das Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur verstehen sich in diesem Kontext als Dienstleister. Mit dem Sachverstand der MitarbeiterInnen, den Einrichtungen Bibliothek und Archive und den bestehenden Verbindungen zu anderen fachlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen können sie Anfragen und Problemstellungen ihrer Mitglieder und darüber hinaus möglichst neutral und wissenschaftlich sauber recherchieren. Das Museum für Sepulkralkultur hält die ARGE ihrerseits als Dienstleistung für die Allgemeinheit vor. Sie erfüllt damit ihren Informations- und Bildungsauftrag.

(Die Leitlinien wurden vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. am 8. Dezember 1998 in Kassel verabschiedet.)


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