Führungen

Führungen sind wohl das beliebteste Instrument zur Vermittlung der Ausstellungsinhalte, sowohl in den Bereichen der Dauerpräsentation als auch bei Sonderausstellungen. Darüber hinaus informieren die wissenschaftlichen Mitarbeiter Interessierte über weitere sepulkrale Orte in Kassel und begleiten Sie gerne zur Künstlernekropole, zum neuen Krematorium auf dem Hauptfriedhof oder zu besonderen Gedenkstätten.
Um die individuellen Interessen besser zu berücksichtigen, vermitteln die Mitarbeiter ihre Kenntnisse am liebsten im Dialog mit den Besuchern. Das Team, das durch die Ausstellungen führt, ist interdisziplinär besetzt ist. Deshalb können selbst berufs- und fachspezifischen Interessen vieler Gruppen in besonderer Weise berücksichtigt werden. Selbstverständlich sind auch thematische Führungen mit individuell festgelegten Schwerpunkten möglich.

Anmeldung unter Telefon 0561–91893–0 zu den Museumsöffnungszeiten Di–So
10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr.

  • Führungen zu aktuellen Sonderausstellungen sowie durch die ständige Sammlung

Jeden Mittwoch findet um 18 Uhr eine Öffentliche Führung statt.
Es gelten die regulären Eintrittspreise, eine Führungsgebühr wird nicht erhoben.

  • Führungen für Kinder und Jugendliche

Im Museum für Sepulkralkultur sind Führungen für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen möglich. Weitere Informationen über unser umfassendes Kinder- und Jugendprogramm erhalten Sie hier.

  • Fortbildung für Menschen aus dem Bereich der helfenden Berufe

Medizin / Bestattungskultur - Kombination Museumsführung mit Impulsvortrag
Gesamtdauer: 2 Stunden

Angesprochen sind Menschen, die im Bereich der medizinischen Versorgung und im Pflege- und Hospizdienst tätig sind. Bei der Führung durch die Dauerausstellung des Museums liegt der Fokus darauf, wie jeweils neue Erkenntnisse der Medizin den Umgang mit den Toten und damit auch die Anlage von Friedhöfen verändert haben (Dauer 1,5 Stunden / 10 Minuten Kaffeepause).
In einem anschließenden Impulsvortrag mit Diskussionsmöglichkeit wird der Frage nachgegangen: Was sind heutige Wünsche an die Grabgestaltung und welche Entwicklungen ergeben sich daraus? Verschiedene neue Grabformen werden vorgestellt: Kirchenkolumbarium,  Beisetzungswald und Themengräber  auf Friedhöfen. Es wird gefragt, welchen Bildern darin gefolgt wird, die offenbar für den Abschied als tröstlich erlebt werden (Dauer ca. 20 Minuten).
Kosten: werktags: 100,- € plus Eintritt (ab 10 Personen ermäßigter Eintritt), Wochenende: 130,- € plus Eintritt (ab 10 Personen ermäßigter Eintritt)

 

Themenführungen:

  • Von duftigen Kräuter-Sträußen

Die Verwendung von Pflanzen im Bestattungsbrauchtum.
Lavendel - Ysop - Rosmarin ... die Verwendung von Pflanzen im Bestattungsbrauchtum hat Tradition. Pflanzen dienten als Grabbeigabe, gaben Motive ab für die Verzierung von Särgen und beeinflussten die Gestaltung von Grabsteinen. Viele Pflanzen waren nicht nur schmückend sondern auch duftend, galten als heilsam oder dem Volksglauben nach als Unheil abwehrend. In dieser Führung steht die Verwendung von Pflanzen bei der Bestattung im Mittelpunkt der Betrachtung.

  • SCHWARZ  –  die Farbe des Todes und seine Bedeutung

„Schwarz“ ist aufgrund seiner psychologischen Wirkung, aber auch aufgrund verschiedener Bräuche und Rituale zur Farbe von Tod und Trauer schlechthin geworden. Veranschaulicht wird dies unter anderem an schwarzer Trauerkleidung, schwarz lackierten Leichenwagen, schwarz gerahmten Todesanzeigen und schwarzem Trauerschmuck. Auch im Volksglauben kommt der Farbe Schwarz im Sinne einer Todesfarbe eine große Bedeutung zu, während sie als Glücksfarbe nur selten Erwähnung findet.

Im Rahmen der Führung soll anhand von Beispielen aus dem Volksglauben sowie verschiedener schwarzer bzw. dunkler Exponate aus dem Bestattungsritus, den Gründen für die Etablierung jener Todes- und Trauerfarbe nachgespürt werden. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, inwieweit und warum der Tod noch andere Farben kennt – insbesondere in der Gegenwart -, und „Schwarz“" seiner Signalfunktion, wie etwa zur Kennzeichnung eines bestimmten Gemütszustandes (Trauer), inzwischen beraubt ist.

  • Mitternachtsführung

Die Mitternachtsführung durch das Museum für Sepulkralkultur ist ein exklusives Angebot für Todesmutige. Sie beginnt pünktlich zur Geisterstunde um 0:00 Uhr - vorzugsweise bei Vollmond. Entsprechend der besonderen Uhrzeit gestalten sich auch die inhaltlichen Schwerpunkte: Erläuterungen zur magischen Wirkung der Sammlungsstücke oder zu Vampiren, Wiedergängern und Nachzehrern rekurieren auf wissenschaftlichen Sachverhalten. Sie sind insbesondere im Deutschen Handwörterbuch des Aberglaubens zu finden sind und lassen deshalb die sepulkralen Gegenstände in einem anderen Licht erscheinen.

Max. 30 Personen, Sektempfang inbegriffen 450,- EUR

 

Führungen durch die Künstlernekropole:

  • Die Künstlernekropole als Gesamtkunstwerk

Die Nekropole am Blauen See war das letzte große Kunstprojekt des Künstlers Harry Kramer. Das in der gegenwärtigen Bestattungskultur künstlerisch wohl anspruchsvollste Vorhaben konnte erst nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Behörden und Naturschützern durchgesetzt werden und polarisiert noch immer.

Harry Kramers Unbehagen hinsichtlich des Umgangs mit der Kunst im öffentlichen Raum war ausschlaggebend, im Habichtswald einen Künstlerfriedhof zu realisieren. Mit der Nekropole wollte er Künstlern eine Möglichkeit zu bieten, frei aller Auflagen und auftragsmäßigen Verpflichtungen wieder authentische Werke zu schaffen. Das Konzept Harry Kramers und die unterschiedlichen Positionen der Künstler zu „Tod und Sterben“, die sich den acht schon errichteten Gedenkzeichen zeigen, stehen im Mittelpunkt dieser Führung.

  • Die Künstler-Nekropole – Gräber in einer romantischen Landschaft

Die Künstlernekropole im Habichtswald wurde 1992 eröffnet. Sie ist ein Platz, an dem ausgewählte Künstler und Künstlerinnen sich bereits vor ihrem Tode ihr Grabzeichen setzen können. Auf dem Rundgang wird vor allem die Tradition, in der diese Nekropole angelegt ist, vorgestellt: die Bezüge zum Landschaftsgarten mit dem Bild des Grabes in der Landschaft. Die Künstlernekropole löste das Grab vom herkömmlichen Friedhof ab, dies hat inzwischen mit der Einführung von Beisetzungswäldern eine weitere Fortschreibung erfahren. Die Vorstellungen vom Ort der letzten Ruhe wurden bereits in der Künstlernekropole mit Natur und Landschaft verbunden.

  • Führung für Familien durch die Künstler-Nekropole Kassel

Schon 1981 kam Harry Kramer auf die Idee, in der Nähe von Kassel einen Friedhof für Künstler anzulegen. In dieser Nekropole sollten Künstler von Documenta-Rang schon zu Lebzeiten ihre Grabmäler errichten. Mittlerweile stehen acht Grabzeichen in dem wild-romantischen Waldstück. Sie sind nicht ganz leicht zu finden. Doch wer Lust auf Kunst und Natur und Spaß an kniffligen Wortspielen und Denksportaufgaben hat, der sollte unbedingt zu einer kleinen Wanderung Künstlernekropole aufbrechen. Die Kunstwerke sind rund um die Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei, und wer mehr zur Nekropole wissen möchte, kann im Museum für Sepulkralkultur eine Führung buchen.

Museumscafe, Museum für Sepulkralkultur

© Milen Krastev, Blick in den Raum "Dem Scheintod entkommen", Sonderausstellung "Vita Dubia..."


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