Vita Dubia

Vita Dubia
Über die Ungewissheit des Todes und die Angst,
lebendig begraben zu werden

8. Oktober 2016 – 17. April 2017

Um 1800 n. Chr. wird die Angst vor dem Scheintod zum weit verbreiteten Phänomen. Die Furcht der Menschen lebendig begraben oder eingeäschert zu werden, beschäftigte zwar schon die Ärzte in der Antike, doch nährten gerade die wissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Errungenschaften der Aufklärung die Zweifel daran, ob sich die Grenze zwischen Leben und Tod genau bestimmen lässt.
Dieses zutiefst beunruhigende Problem regte nicht nur Wissenschaftler zu  bizarren Experimenten an und veranlasste skeptische Erfinder zum Bau skurriler Rettungsapparate.  Es entfachte auch eine Debatte darüber, welche Hinrichtungsmethode  „humaner“ sei:  Köpfen oder Hängen? Gleichzeitig löste die weit verbreitete Verunsicherung einen kreativen Impuls aus. Denn sie  inspirierte die Dichter und Schriftsteller der Romantik zu großartigen, bisweilen düsteren und unheimlichen Gedichten, Novellen und Romanen. Zu den bekanntesten literarischen Werken zählen etwa ‚Schneewittchen‘ von den Brüdern Grimm oder auch Mary Shelleys ‚Frankenstein‘.

Ausstellungskonzept: h neun Berlin – Büro für Wissensarchitekturen
Den Folder zur Ausstellung finden Sie hier PDF

Museumscafe, Museum für Sepulkralkultur

© h neun Berlin

Harry Kramer 25.1.1925 – 20.2.1997

20. Februar – 17. April 2017
Folder zur Ausstellung

Mit der Kabinettausstellung würdigen das documenta Archiv, welches das Harry-Kramer-Archiv im Aschrotthaus betreut, die Stadt Kassel und das Museum für Sepulkralkultur den vielseitigen Schauspieler, Tänzer, Puppenspieler, Künstler und Professor für Bildhauerei der Kunsthochschule Kassel Harry Kramer. Er verstarb vor 20 Jahren am 20. Februar 1997. Die Kasseler Künstler-Nekropole am Blauen See im Habichtswald Kassel, welche 1992 angelegt wurde, war sein letztes großes Kunstprojekt.
Für Furore sorgten seine in den 1950er und 1960er Jahren entwickelten kinetischen Drahtplastiken. 1964 stellte er auf der documenta 3 in der Abteilung „Licht und Bewegung“ aus.
Seine mit dem Kameramann Wolfgang Ramsbott produzierten fünf kurzen Experimentalfilme wurden mit Preisen geehrt, so etwa der Film „Die Stadt“ (1961), der mit dem US-amerikanischen „Award of Distinction“ ausgezeichnet wurde. Die vier weiteren Filme bringen den Bundesfilmpreis und den „Grand Prix de Leone“ in Venedig. Harry Kramer war mit seinem mechanischen Theater (1952), den sogenannten automobilen Skulpturen und den experimentellen Filmen ein international vielbeachteter Künstler. 1970 folgte er einem Ruf als Professor an die Kasseler Hochschule für Bildende Künste (der heutigen Kunsthochschule). Seine eigene Kunstproduktion stellte er zurück, um in der Folge gemeinsam mit seinen Studierenden unter dem Namen Atelier Kramer Kunst zu machen und auszustellen. Entstanden sind in den 1970er und 1980er Jahren aufsehenerregende Gemeinschaftsarbeiten, -aktionen und Performances. Er erwarb sich auch hier große Anerkennung.

Alle Initiatoren fühlen sich dem Künstler Harry Kramer sehr verbunden und präsentieren zu seinen Ehren und zu seinem 20. Todestag eine gemeinsame Ausstellung.

 





     


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