Friedhof und Denkmal


 

Die im Untergeschoss des Museums befindliche Abteilung Friedhof und Grabmal dokumentiert die Friedhofs- und Grabmalentwicklung im deutschsprachigen Raum vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.
Im Zentrum der Abteilung steht das Thema „Kirchenbestattungen“ sowie die bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts einsetzende Verlagerung der Friedhöfe vom Ortskern (Kirchhöfe) an den Rand bzw. außerhalb der Siedlungsgebiete.

Parallel dazu verdeutlichen die zahlreichen Grabmäler, Grabzeichen und Epitaphien ikonografische Besonderheiten verschiedener Epochen. Sie erlauben nicht nur Rückschlüsse auf ihre religiöse Herkunft (katholisch/protestantisch), sondern auch auf den Umgang mit dem Tod und die damit verbundene Einstellung zu Gedenken und Erinnerung. Nicht zuletzt tragen die Grabmäler und Friedhöfe verschiedener Epochen in ihrer Gestaltung dem jeweiligen Zeitgeschmack Rechnung. Beispielsweise treten an die Stelle der bis ins 18. Jahrhundert dominierenden Kreuze und Stelen oppulente, antikisierende Grabmalformen, darunter Pyramide, Obelisk, Sarkophag und Urne. Auch die Friedhofsgestaltung erfolgte unter zunehmend ästhetischen Gesichtspunkten, indem die zeitgenössischen Stilvorstellungen der Gartengestaltung vorbildgebend waren (z. B. der englische Landschaftspark).

Die Abteilung beleuchtet darüber hinaus die Entwicklung vom individuell angefertigten hin zum industriell hergestellten Grabzeichen. Des Weiteren sind Grabzeichen der Gegenwart ausgestellt, von denen einige höchst experimentell wirken und den Wunsch nach neuen, individuellen Gestaltungsformen erkennen lassen.

Epochenübergreifende Grabmäler finden sich außerdem im Außenbereich des Museums. Seit 2009 ist hier auch der Standort eines bedeutenden Denk- und Mahnmals deutscher Geschichte: eines Original-Segments der Berliner Mauer.


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